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VerfahrenVerfahren

Verfahren

Die Planungen der Übertragungsnetzbetreiber für den Ausbau ihrer Netze erfolgen im Rahmen des Netzentwicklungsplans Strom, der jährlich neu erstellt wird. Die Planungen betreffen jeweils den Horizont der kommenden zehn Jahre und enthalten einen Ausblick auf die denkbare Situation in zwanzig Jahren. Die Planungen müssen von der Bundesnetzagentur genehmigt werden. In jedem Schritt der Erstellung des Netzentwicklungsplans erfolgt eine Beteiligung der Öffentlichkeit und die relevanten Dokumente werden veröffentlicht.

Grundlage der Planungen ist der Szenariorahmen, in dem verschiedene Szenarien für die Entwicklung des Strombedarfs und des Kraftwerksparks definiert werden. Der kürzlich von der Bundesnetzagentur bestätigte Szenariorahmen 2025 bezieht erstmals Vorgaben zu den maximalen Treibhausgas-Emissionen der Kraftwerke mit ein und stellt somit eine Verbindung zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung her.

Auf Basis des Szenariorahmens führen die Übertragungsnetzbetreiber Berechnungen zur Belastung der Stromnetze durch. Ausgangspunkt sind dabei die Szenarien zur erwarteten Stromnachfrage, dem Stromangebot aus erneuerbaren Energien und den zur Verfügung stehenden Kraftwerken. In einem ersten Schritt der Modellierung wird der wirtschaftlichste Einsatz der thermischen Kraftwerke bestimmt. In einem zweiten Schritt werden dann verschiedene ausgewählte Lastsituationen in ein Modell überführt, das die Belastung der einzelnen Elemente des Übertragungsnetzes ermittelt und Engpässe erkennen lässt. Auf dieser Grundlage entwickeln die Netzbetreiber im dritten Schritt einen Vorschlag für die zu realisierenden Leitungsprojekte, der im Entwurf des Netzentwicklungsplans dokumentiert wird.

Die Bundesnetzagentur prüft diesen Entwurf parallel zu einer öffentlichen Konsultation. Auf dieser Grundlage erfolgt eine Überarbeitung des Entwurfs durch die Netzbetreiber. Im Zuge ihrer Prüfungen kann die Bundesnetzagentur Änderungen an den Entwürfen verlangen. Parallel wird ein Umweltverträglichkeitsbericht erstellt. Der finale Entwurf des Netzentwicklungsplans und der Umweltverträglichkeitsbericht werden erneut öffentlich konsultiert. Auf dieser Grundlage erfolgt dann die finale Genehmigung durch die Bundesnetzagentur.

Mindestens alle drei Jahre wird der genehmigte Netzentwicklungsplan der Bundesregierung übergeben und in einen Gesetzentwurf überführt, der als Bundesbedarfsplan dem Bundestag zur Beschlussfassung vorgelegt wird. Dies ist erstmals im Frühjahr 2013 auf Basis des Netzentwicklungsplans 2012 erfolgt.

Ergänzend werden durch die Netzbetreiber bestimmte Sensitivtäten als Varianten zu den Szenarien des Netzentwicklungsplans untersucht und die Ergebnisse veröffentlicht und konsultiert. Zudem wird in einem vergleichbaren Verfahren ein gesonderter Netzentwicklungsplan für die Anbindung der Offshore-Windparks an das Übertragungsnetz an Land erstellt.

Auf der Grundlage des Netzentwicklungsplans beginnen die Bundesfachplanung für länderübergreifende Leitungen bzw. die Raumordnungsverfahren für Leitungen innerhalb eines Bundeslandes. Diese und die weiteren Stufen des Verfahrens sind nicht im Fokus dieses Projekts.

Die Details des Verfahrens sind auf den Webseiten der Bundesnetzagentur und der Übertragungsnetzbetreiber zum Netzausbau beschrieben.

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